Kinderdijk
Kinderdijk, nur etwa 15 km südöstlich von Rotterdam, dürfte wahrscheinlich einer der idyllischsten Orte des Landes sein. Nicht nur, weil es dort insgesamt 19 Windmühlen zu bestaunen gibt, sondern auch, weil es extra eine Besuchermühle gibt, die man sich von innen anschauen darf. Wer Höhenangst hat, sollte sich allerdings genauestens überlegen, ob er wirklich die steilen Treppen hinauf- und natürlich wieder hinuntersteigen möchte. Nichtsdestotrotz lohnt sich ein Besuch, der für Erwachsene gerade mal 3,50 € kostet. Wer zudem Fotos von den atemberaubenden Mühlen machen möchte, sollte nachmittags den Ort besuchen, da ein Fotografieren gegen die Sonne schlecht möglich ist. Die frühen Abendstunden bieten ein ideales Licht, um die Windmühlen gigantisch und mystisch erscheinen zu lassen.
„Kinderdijk“ bedeutet „Kinderdeich“ und heißt so, weil einer Legende nach bei der St.-Elisabeth-Flut von 1421 eine Wiege mit einer Katze und einem weinenden Kind unversehrt auf den Deich gespült worden sein. Eine andere Legende besagt, dass Kinder an der Entstehung des Deiches mitgewirkt haben.
1997 wurden Kinderdijks Mühlen in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Die Windmühlen, die 1738 bis 1740 erbaut wurden, dienten zum Abpumpen des überflüssigen Wasser aus den Poldern in den Nieuwen Waterschap, der in den Fluss Lek mündet. Es war seit dem 17. Jahrhundert immer schwieriger, die sumpfigen Gegenden zu entwässern, so dass erste Kanäle ausgehoben wurden, um das Gebiet der „Grote Waard“ trocken zu legen. Obwohl es mittlerweile moderne Erfindungen gibt, blieben die Windmühlen erhalten und prägen die Landschaft Kinderdeijks.



