Delft
Jene, die sich für Porzellanarbeiten interessieren, sind in der südholländischen Stadt Delft gut aufgehoben. Delft befindet sich an dem künstlichen Wasserlauf Delf (von „Delven“: Graben), an dem sie entstanden ist. Delft befindet sich nur 12 km nördlich von Rotterdam und auch Den Haag liegt mit 8 km Entfernung in der Nähe. Die Stadt ist vor allem für die Delfter Fliesen und die Technische Universität bekannt, die einen internationalen Ruf in Architektur und technischer Innovation errungen hat. In Delft befindet sich neben Klostern und Kirchen vor allem der große zentrale Marktplatz, der früher sehr wichtig war, da auf einer erhöhten Stelle der Stadt im 11. Jahrhundert ein gräflicher Fronhof stand. Bevor ein Brand 1536 einen großen Teil von Delft zerstörte, war die Stadt eine der größten Städte Hollands. Um 1400 war sie sogar die drittgrößte mit etwa 6.500 Einwohnern nach Dordrecht (8.000) und Haarlem (7.000). Auch 1672 wurde Delft erneut durch eine Explosion eines Pulverlagers zerstört und letztendlich sogar als Handelszentrum von Den Haag und Rotterdam verdrängt. Erst durch die Technische Universität erlebte die Stadt eine neue Blütezeit und macht sie zu einem wichtigen wirtschaftlichen Standort.
Zwei bedeutende Bauwerke sind die Nieuwe Kerk und die Oude Kerk. In der Nieuwe Kerk befinden sich die Gräber von 46 Mitgliedern der niederländischen Königsfamilie aus dem Haus Oraniens. In der Oude Kerk, der „Alten Kirche“, befindet sich sogar das Grab des berühmten Naturwissenschaftlers Antoni van Leeuwenheok und das von Delfts berühmtesten Sohn, dem großen Maler Jan Vermeer. Die Kirche besitzt sogar eine gut 9.000 kg schwere Glocke, die aus Sicherheitsgründen jedoch fast nur bei königlichen Beerdigungen geläutet wird.



